Erste urkundliche Erwähnung
Dollgow erscheint erstmals als „Dolghe“ in einer Urkunde. Der Ort wurde damals im Zusammenhang mit einer Plünderung genannt. Dieses Jahr gilt heute als Beginn der schriftlich belegten Dorfgeschichte.

Von Dolghe zu Dollgow
Seit mindestens 1422 ist der Name unseres Dorfes schriftlich belegt. Doch Dollgows Geschichte ist mehr als eine Folge von Jahreszahlen: Sie lebt in der Kirche, am See, in den Häusern und vor allem in den Menschen, die ihre Heimat über Generationen gestalten.
Durch die Jahrhunderte
Dorf am See
Dollgow liegt oberhalb des Dollgower Sees in einer wasser- und waldreichen Landschaft. Der Ortsname wird mit der Lage am See verbunden. Landwirtschaft, Handwerk und das kirchliche Leben prägten den Ort über viele Jahrhunderte.
Der Dreißigjährige Krieg, gesellschaftliche Umbrüche und kommunale Neuordnungen veränderten das Dorf. Geblieben sind sein überschaubarer Charakter und ein starker Zusammenhalt – 2006 beschrieb der rbb Dollgow treffend als eine Dorfgemeinschaft, die sich wie eine „große Familie“ versteht.
Was bedeutet der Name Dollgow?
Der Name Dollgow hat slawische Wurzeln. Das Brandenburgische Namenbuch führt ihn auf dolg- zurück – das slawische Wort für „lang“. In der ersten überlieferten Schreibweise von 1422,„Dolghe“, ist dieser Ursprung noch gut zu erkennen.
Nach der sprachwissenschaftlichen Deutung bezeichnete der Name sehr wahrscheinlich den „langen See“ und anschließend den Ort an diesem Gewässer. Auch das langgestreckte Dollgow selbst macht diese Bedeutung bis heute anschaulich: Das Dorf zieht sich in die Länge und folgt seiner von Wasser, Feldern und Wegen geprägten Landschaft.
Die Verbindung mit der langgezogenen Dorfform ist eine naheliegende örtliche Deutung. Als sprachwissenschaftlich belegt gilt vor allem die slawische Wurzel dolg- = „lang“.
Die wichtigsten Stationen
Dollgow erscheint erstmals als „Dolghe“ in einer Urkunde. Der Ort wurde damals im Zusammenhang mit einer Plünderung genannt. Dieses Jahr gilt heute als Beginn der schriftlich belegten Dorfgeschichte.
Der berühmte niederländische Glockengießer Gerhard van Wou goss die bis heute erhaltene Kirchenglocke. Sie gehört zu den ältesten Glocken Brandenburgs.
Kaiserliche Truppen unter Matthias Gallas brannten die damalige, vermutlich in Fachwerk errichtete Kirche nieder. Der Krieg hinterließ auch in Dollgow tiefe Spuren.
Als Ersatz entstand eine schlichte Notkirche aus Fachwerk. Sie diente der Gemeinde mehr als ein Jahrhundert und wurde 1767 wegen Baufälligkeit abgetragen.
An gleicher Stelle wurde die barocke Saalkirche gebaut, die bis heute das Ortsbild prägt. Zu ihrer Ausstattung gehören Kanzelaltar, Emporen und die historische Glocke.
Friedrich Hermann Lütkemüller baute die Orgel auf der Westempore. Das Instrument mit sechs Registern ist ein wertvolles Zeugnis regionaler Orgelbaukunst.
Der nahe Schulzenhof wurde nach Dollgow eingemeindet. Der kleine Ort am Rhin ist später besonders durch das Schriftstellerpaar Eva und Erwin Strittmatter bekannt geworden.
Dollgow schloss sich mit Menz und Neuglobsow zur heutigen Gemeinde Stechlin zusammen. Der eigene Dorfcharakter und das aktive Gemeinschaftsleben blieben erhalten.
Mit einem großen historischen Festumzug feierte das Dorf sechs Jahrhunderte urkundlich belegter Geschichte. Viele Epochen wurden mit Kostümen, Fahrzeugen und Bildern lebendig gemacht.
Ein hörbares Denkmal
Die Kirche von 1767 ist Dollgows bedeutendstes Baudenkmal. Besonders bemerkenswert ist ihre 1490 gegossene Glocke. Sie überstand den Brand der Vorgängerkirche und verbindet das mittelalterliche Dollgow mit der Gegenwart. Der barocke Kanzelaltar und die Orgel von 1882 machen den Innenraum zu einem besonderen Zeugnis märkischer Dorf- und Kirchengeschichte.
24. September 2022
Zum Jubiläum zog ein großer historischer Festumzug durch den Ort. Die Dollgowerinnen und Dollgower stellten Epochen vom frühen Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit mit viel Liebe zum Detail dar. Die Bilder stammen aus der bisherigen Homepage des Heimatvereins.
Weiterlesen und nachprüfen
Die Zeitleiste verbindet die Jubiläumsbilder der bisherigen Vereinsseite mit öffentlich zugänglichen Angaben regionaler und fachlicher Quellen. Historische Forschung bleibt offen: Wer Dokumente, Fotos oder persönliche Erinnerungen zu Dollgow besitzt, kann helfen, diese Seite weiter wachsen zu lassen.